Der Künstler

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Der Verlust von Freiheit geht nicht immer zu Lasten der Kunst. Roland Orlando Moed

Künstler und Verbrecher sind doch Weggefährten, schrieb Josef Beuys. „Beide sind ohne Moral, verfügen über eine verrückte Kreativität, nur getrieben von der Kraft der Freiheit „.

Der Künstler :

Portrait

Roland Orlando Moed wurde am 08.Januar 1961 in Frankfurt am Main geboren. Seit Anfang der 90er Jahre lotet er die Grenzen der Gesellschaft und auch der Kunst aus. Er arbeitet als Maler, Bildhauer, Schriftsteller und Aktionskünstler. Kurz: Interdisziplinär. Zunächst schloss er sich der Künstlergruppe „Mülheimer Freiheit „an, ohne Mitglied der Gruppe zu sein. Wie bei allen Protagonisten der „Mülheimer Freiheit „, entwickelte sich seine soziologisch-philosophische Kunstauffassung, aus der traditionellen Malerei.

Biographie

Moed wuchs in verschiedenen Kinderheimen in Scheidegg   (1967-1969), in Unterschönmattenwag (1969-1970), Weinheim  (1970-1972) und im Internat in Friedrichsdorf (1972-1979, Max-Plank Gesamtschule ),auf.

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Von 1981-1987 studierte er bildende Kunst in Darmstadt bei M.Schlösser und P.Koslowski. Anschließend ein Semester Germanistik bei Prof. Dr. Hubert Ivo und Psychlogie bei Prof.Dr. Hilde Bürger an der Johann-Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt.

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1991 „entdeckte “ er den Stacheldraht.  „Mit der Verwendung von Stacheldraht,  gebe ich der Skulptur den Innenraum wieder“. In gewisser Weise spiegeln die Stacheldrahtarbeiten sein Selbstbild wieder: Das Gefühl kultureller Isolierung.

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Titel : L ‚ universe,  bemalter Stacheldraht  200 cm Ø

Bis er schließlich den Stacheldraht vom Bild befreite und den Stacheldraht als Grundlage verwendete.

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Titel: Das Portait, 70 x 30 x 15 cm bemalter Stacheldraht auf Leinwand auf Holz

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Titel: die Melancholie, 120 x 150 x 90 cm bemalter Stacheldraht

Kein anderes Industrieprodukt ist so bedeutungsgeladen wie der Stacheldraht. Besonders in Deutschland gilt er als das Symbol für Gefangenschaft, Krieg und KZ schlechthin.

Er schrieb die Materialästhetik des Stacheldraht: https://rolandorlandomoed.wordpress.com/2016/12/27/materialaesthetik-des-stacheldraht/

Zeitgleich entstand sein Homunculus-Zyklus.  Gesichter schematisch begradigt, Maschinen ähnlich in starken Primärfarben.

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Titel: Ost/West, 1991 Acryl auf Nessel  150 x 150 cm

Titel:Beherrschung und Wut, 1992, 170 x 150  cm, Acryl auf Leinwand ,Homunculus-Zyklus 

Die thematische Arbeit in Zyklen kommt dem Naturell des Künstlers entgegen. Parallel zur bildnerischen Umsetzung des jeweiligen Themas,  entstehen Essays und Abhandlungen. Er durchdringt ein Thema auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Stilmittel.

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Titel: Die Auslese, 1991, 150 x 150 cm Acryl auf Nessel

Während seines Studiums arbeitete et an der Deutschen Börse. Wenig später lernte er den Besteckkönig und Kunstsammler Friedhelm Glaub kennen,  der einige seiner Werke kaufte.Jahre später richtete Glaub dem Künstler eine Ausstellung in seiner Galerie in Köln aus. Titel der Ausstellung::“la recherche“, nach Marcel Proust.

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Mit diesen Werken soll dem Betrachter Raum für die Phantasie gegeben werden. Eine Filmrolle trägt den Titel : „Schweizer Alpen „, der Betrachter hat eigene Bilder im Kopf,  die er in das Bild transportieren kann. Ebenso verhält es sich bei den Leinwandbildern. Nur der Titel ist vorgegeben,  der Rest bleibt der Phantasie des Betrachters überlassen.

Erstes Aufsehen erregte Roland Orlando Moed zu Beginn der 1990er mit seinen „Umgehungsbilder „. Er hängte seine Bilder nicht mehr mit der Rückseite zur Wand,  so dass  sie nur frontal von einer Seite zu betrachten sind,  vielmehr hängte er sie mitten im Raum auf. Der Betrachter muss das Bild „umgehen „, will er es in seiner Gesamtheit erfassen. Beide Seiten vereinigen sich zu einem Bild. Sie ergänzen sich wie zwei Seiten einer Medaille.

1994 siedelte er mit seiner zweiten Frau Johanna nach Frankreich um. In der Abgeschiedenheit eines kleinen Dorfes unweit von Montpellier entstanden Stacheldrahtobjekte mit lyrischem Charakter. Er veröffentlichte in der Schweizer Weltwoche.

 

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2001 legte er mit dem Kunst – und Literaturmagazin :“ Enterview „, das erste Multiple Kunstwerk auf, das man am Kiosk kaufen kann.  Kunst,  so die Intension muss den Weg in den herkömmlichen Alltag finden.  Es muss vollkommen selbstverständlich werden Kunst zu kaufen.

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Wie bereits bei seiner Beschäftigung mit dem Stacheldraht begann er Anfang des Jahrtausends,  Staub und Glasscherben in seine Bilder zu integrieren. Er schuf damit eine neue Ästhetik „…unter seinen Händen scheinen sich die Glasscherben neu zu beleben,  sie beginnen zu glitzern und reflektieren wie in einem Prisma die Farben und Lichtstrahlen, die auf sie einfallen.

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Mit seinen Glasmenschen macht sich der Künstler zum Chronisten der Zeit. Die politisch geforderte Transparenz wird visualisiert. Ein Mensch aus Glas. Durchsichtig ohne Innenleben. Der Seele beraubt. Die Transparenz vetkommt zur leeren Hülle. Der Künstler weist mit seinem Werk stets auf die Kehrseite der Medaille. Er macht sichtbar,  was dem oberflächlichem Blick versagt bleibt.

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Der Künstler lebt und arbeitet in Zürich, Berlin, Montpellier und Mariehamn/Åland.

Werk:

In seinem Werk versucht er , manchmal auf subversive Weise,  die Freiheit der Kunst und des Menschen auszuloten.  So sind seine  Installationen mit Titeln wie,  „vergangene Zukunft „, (1993)

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oder: „die Entdeckung  (2013)

R.O.M. Die Entdeckung 2013 Berlin: http://youtu.be/3shBDGGXXuw

Hierbei zeigt er sich als Solitär der Kunstszene.  Das Bild ist entscheidend,  nicht der Stil oder Duktus. Das verwendete Material dient als  Symbol  (Stacheldraht, Glasscherben )

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Oder : https://vimeo.com/33828049

Mit der Installation : Verdorbene Information,  gibt der Künstler einen Hinweis auf die Informationsflut und mit den Glasscherben in den Bildern,  auf die schnelle optische Täuschung.

Zeichnungen und Gedichte:

Das zeichnerische Werk beinhaltet eine eigene Bildsprache und führt von frühen realistischen Naturstudien bis zu späten „aufgelösten“ Zeichnungen, die er in seine Ausstellungen und Aktionen einbezieht.

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Skizze, 21×29 cm , 2011, „Verdorbene Informationen „

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Projektskizze, Australien  (in Planung)

Aktionskunst:

Kunstaktionen dienen zur Auslotung der Gesellschaft. Wie reagiert die Gesellschaft auf den künstlerischen Eingriff?  Auf die Intervention?  In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts erklärte er die Stadt Walluf zum Kunstraum. Mit eigens entworfenen Verkehrsschildern gelang es ihm für einen Tag in der Stadt eine einzige verkehrsberuhigten Zone herzustellen. Dem Stadtrat gelang dies jahrelang nicht.

Die Kunstaktion „color move“ , in Zürich schlug im Schweizer Fernsehen und den Nachrichten hohe Wellen. Obwohl die Aktion von der Züricher Stadtreinigung vorzeitig beendet wurde.

Color move : http://youtu.be/zdzhs3ir_AM

Stacheldraht:

Ausgangspunkt der Verwendung von Stacheldraht, ist die Stellung des Individuums in der Gesellschaft. Stacheldraht ist dazu das geeignete Ausdrucksmittel. Durch die Stachel symbolisiert die Skulptur die schmerzhafte selbst Reglementierung und das stechen nach aussen, als Verteidigung der Intimssphäre.

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Syntopien/Performances

Syntopien sind eine eigenständige Kunstform im Œuvre des Künstlers. Schwerpunkt ist das Verhältnis von Wort und Bild. Erste Veröffentlichungen erschienen 2002 im Kunst-und Literaturmagazin „Enterview „.

Dem schließt sich die Performance nahtlos an. In seiner Performance : Hesperiens Wandlung : http://youtu.be/pr9fpQXLTTY

Auch hier ist das Wort, in diesem Fall das gesprochene, das Objekt der Verfremdung bei ständiger Wiederholung.

Zitate:

„Das ICH ist auch im WIR enthalten. “

Auf der Pressekonferenz 1992 zur Ausstellung „Dualismus“

„Wir brauchen kein Matriarchat und kein Patriarchat – wir brauchen ein Duachat in dem beide Kräfte gleichsam wirken. “

Katalog „Dualismus“, zur Erklärung des Begriffs „Femanismus“.

„Die Zeit ist eine Dattel,  man isst sie wenn sie reif ist „.

aus: Arno et Pierre, Lesung in der jungen Akademie,  Berlin 2006

„Money makes the World goes round, but Art is building the world“.

Projekt Beschreibung Human-right-projekt.2011

„Ich habe mich entschlossen an der Realität teil zu nehmen.“

Katalog zur Ausstellung : Evokation, 2013

„Nur wer Freiheit denken kann, kann Freiheit leben! “

In: Kunst, Scham und Beliebigkeit, rolandorlandomoed.wordpress.com 

Alles was ich denken kann ist Realität.

In: Die Materialästhetik des Stacheldrahtes

rolandorlandomoed.wordpress.com 

 

Förderungen/Auszeichnungen:

2006 Preis der Sammlung Noack

2007 Stipendium Aufenthalt in Romanmontier/Schweiz

2009 Goldberg Kunstpreis

 2018 Ingeborg Drewitz Literaturpreis

 

Literatur:

Kunstinitiative Lorch :Annette Bender und Roland Moed zeigen Bilder zum Thema Dualismus : Katalog zur Ausstellung vom 23. Mai bis 14. Juni 1992, Museum Lorch am Rhein. Breitwieser, Wisper, Lorch am Rhein 1992

Roland Moed: Mensch, Mensch, Mensch, Wisper, Lorch am Rhein 1994, ISBN 3-928603-12-4

Roland Moed : Die Geste : ein Worttanz in einundzwanzig Bewegungen. Edition Interdisziplinär, Basel, 2002, ISBN 3-906478-00-9

Roland Moed : Wir Europakinder,  Verlag Tredition, Hamburg 2008, ISBN  978-3-86850-123-0

Roland Orlando Moed : in “ Der blaue Reiter, Journal für Philosophie „, Ausgabe 32,2012 , ISBN  978-3-933722-34-8

Filmographie:

2004: Interview: Wolf Hermann fragt Roland Orlando Moed , FAB http://youtu.be/hozUrXe-2CM

2013 Aktion Zürich :Color move, http://youtu.be/zdzhs3ir_AM

Ausstellungen/Aktionen:

1990: „Aphorismen „,Galerie,  Groß-

Umstadt

1991: „Räume „, Galerie Offenbach am Main

1992:“Zeitgeist „, Galerie Laackmann, Bochum

1992: „Femanismus „, Galerie Atelier unter’m Dach

1992: Femanistische Kunst : „ Dualismus “, Museum Lorch / Rheingau

1992: „Die Kunst der 90er Jahre, Museum Bad Brückenau

1993: „vergangene Zukunft „, Installation im öffentlichen Raum, Neu -Isenburg

1994:“la recherche „, Galerie im Belgischen Viertel,  Köln (Sammlung Glaub)

1994: „Kunstraum Walluf „,  eine Stadt wird Kunstraum, Kunstaktion

1995: „Movement“, Galerie Prochodzenie, Toulouse /Frankreich

1996: „l’esprit“, Galerie Montpellier

1998: „Mise en Szene d’art“, Galerie le cardo,  Narbonne

1999:“Valeur“, Performance Hauptpostfuhramt Berlin mit BBB Johannes Deimling

2000: „Der Kaktus „, Performance Im Paradies,  Basel /Schweiz

2001:“Change the value“, Galerie Prochodzenie,  Dublin, Irland

2002: „Archiv „, Galerie im Warteck, Basel/Schweiz

2003:“Wertewandel“, Novelle Galerie,  Muhlhouse, Frankreich

2004:“Its me“, Galerie Fine Arts, Denver Colorado

2005: „Maybe the time „, Galerie Prochodzenie, Dublin

2010:“ Transformation des Ichs“, Galerie M., Berlin

2011: „Verdorbene Informationen „, freies Museum,  Berlin

2013: „Color move „, Kunstaktion im Öffentlichen Raum,  Zürich / Schweiz

2013:“ Die Entdeckung „, Kunstinstallation ,Berlin

2014:“Evokation „, Ausstellung Art Room, Düsseldorf

Presse:

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Zur Materialästhetik des StacheldrahtesPreisträger6440791981_7f7ed1f89d_b

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